Ein absolutes Muss: fünf architektonische Schätze in Marrakesch

Die Geschichte Marrakeschs reicht bis ins 11. Jahrhundert zurück: Einige der berühmtesten Monumente und Gebäude der Stadt zeugen bis heute von dieser reichen Tradition. Hier fünf Beispiele marokkanischer Baukunst in Marrakesch, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

1. Saaditen-Gräber. Diese kunstvollen Grabbauten liegen nur wenige hundert Meter vom Les Borjs de la Kasbah entfernt und stellen eine der wichtigsten Kulturerbestätten Marokkos dar. Sie sind eine der wenigen verbliebenen Spuren der bedeutenden Saaditen-Dynastie und stammen aus der Zeit von Sultan Ahmad al-Mansur (1578–1603). Später wurden sie auf Befehl des Alawiden-Sultans Mulai Ismail, der alle Spuren der Saaditen vernichten wollte, hinter hohen Mauern verborgen. Mehr als zwei Jahrhunderte lang blieben sie unberührt; erst 1917 wurde die Totenstadt wiederentdeckt und vom nationalen Amt für schöne Künste restauriert. Aufgrund der herrlichen Dekorationen – ein klarer Hinweis auf die Opulenz jener Zeit und ein perfektes Beispiel für die Schönheit islamischer Kunst – ist die Stätte eine der wichtigsten Besucherattraktionen in Marrakesch: Auf Ihrer Liste von „Sehenswürdigkeiten in Marrakesch“ sollte sie ganz weit oben stehen. Es erwarten Sie Kuppeldecken, kunstvoll gehauene Marmorsäulen, Decken aus Zedernholz und vor allem exquisite Mosaiken.

2. Mansouria-Moschee. Erbaut von Yaqub al-Mansur, ist die Mansouria-Moschee auch unter dem Namen Kasbah-Moschee bekannt. Sie liegt nur 100 Meter vom Bab Agnaou entfernt, dem monumentalen Eingangstor des befestigten Südteils der Medina von Marrakesch. Obwohl das Innere für Nicht-Muslime unzugänglich ist, kann man die beeindruckende Architektur des Bauwerks bewundern, das nach umfassenden Restaurationsarbeiten wieder in alter Schönheit erstrahlt.

3. Koutoubia-Moschee. Die Koutoubia ist die größte Moschee in Marrakesch. Sie wurde während der Herrschaft Yaqub al-Mansurs (1184 bis 1199) fertiggestellt und liegt inmitten der riesigen Koutoubia-Gärten im Zentrum der Stadt. Ihr Minarett blickt auf den berühmten zentralen Platz Jemaa el Fna hinaus. Die Moschee ist mit Bogenfenstern und dekorativen Bögen verziert; ihr Minarett ist mit 77 Metern Höhe noch in mehreren Kilometern Entfernung zu sehen – eines der auffälligsten Wahrzeichen der Stadt.

4. El-Badi-Palast. Dies ist weiteres Beispiel für die Bemühungen von Sultan Mulai Ismail, alle Spuren der Saaditen zu zerstören – zurückgeblieben ist eine trotz allem beeindruckende Ruine. Dieser einst so stolze Palast hatte 360 Räume und einen 135 x 110 Meter großen Innenhof mit mehreren Springbrunnen und einem riesigen Becken. Er wurde auf Befehl von Sultan Ahmed al-Mansur gebaut, zur Feier seines Sieges über die Portugiesen im Jahr 1572. Allerdings starb der Herrscher 1603 noch vor der Fertigstellung des Gebäudes.

5. Bahia-Palast. Dieser Palast ist wesentlich jünger – er stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist noch völlig intakt. Der Bahia wurde in zwei Phasen errichtet und fängt das Wesen der zeitgenössischen marokkanischen Architektur ein. Er besticht durch klassische gemusterte Kacheln, herrliche Bogengänge, Marmorböden, Mosaiken, Decken aus bemaltem Zedernholz und geflieste Paneele; die unmöblierten Räume rings um die mit Marmor ausgelegten Innenhöfe und bepflanzten Patios bieten einen faszinierenden Einblick in traditionelle und modernere marokkanische Kunst. Das Gebäude steht inmitten einer 8.000 m2 großen Gartenanlage mit Bäumen und blühenden Büschen.

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