Besucherattraktionen in Marrakesch – die Agdal-Gärten, die „ummauerte Aue“ von Marrakesch

Die in der Nähe der Menara-Gärten und der Medina von Marrakesch gelegenen Agdal-Gärten wurden vom Gründer der Stadt, Abd al-Mu’min (1130 bis 1163) aus der Almohaden-Dynastie, angelegt, der auch viele der bedeutendsten Bauprojekte von Marrakesch geleitet hat. Die in der Zeit der Saadier-Dynastie erneuerten Gärten wurden im 19. Jahrhundert unter der Herrschaft von Moulay Abderrahmane vergrößert.

Agdal-Gärten

Der Name der Gärten stammt aus der Sprache der Berber und bedeutet „ummauerte Aue“. Die südlich an die Medina angrenzenden Agdal-Gärten bzw. Obstgärten, die sich über eine Fläche von rund 280 ha erstrecken, dienten sowohl als privater Lustgarten des Kalifen als auch zur Erzeugung von Obst.

Die Gärten

Die Gärten bestehen aus rechteckigen Obstplantagen, die mit Aprikosen-, Feigen- Zitronen-, Orangen- und Granatapfelbäumen bepflanzt sind. Die einzelnen Obstgärten sind durch olivenbaumgesäumte Gänge miteinander verbunden. Zur Bewässerung dient ein weit verzweigtes khettara (ein unterirdisches Netz aus Gräben und Kanälen) mit Wasser aus dem Oruika-Tal.

Sahraj el-Hana

Zu den Hauptmerkmalen der Gärten gehört das riesige Wasserbecken, in dem einst Soldaten schwimmen lernten. Im Jahr 1873 starb hier Sultan Mohammed IV, als sein dampfbetriebenes Boot kenterte. Neben dem Wasserbecken steht ein kleiner minzah oder Pavillion namens Dar El Hana, der vermutlich im 19. Jahrhundert im Zuge der Vergrößerungsarbeiten hinzugefügt wurde.

Dar el-Beida

Im Nordwesten der Gartenanlage steht Dar el-Beida, ein Palast, in dem die königliche Alawi-Familie residiert, wenn sie sich in Marrakesch aufhält. Das im 19. Jahrhundert errichtete Gebäude ist nicht besonders groß, doch kunstvoll verziert und aufgrund der ständigen Nutzung durch Mitglieder der königlichen Familie und ausländische Staatsoberhäupter hervorragend in Stand gehalten.

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