Das Museum für marokkanische Kunst in Marrakesch

Im Musée Dar Si Said wird den meisterhaften Fähigkeiten von Marokkos Kunsthandwerkern auf besonders ausdrucksvolle Weise Tribut gezollt. Es befindet sich in einem Palast aus dem 19. Jahrhundert und ist um einen herrlichen Innenhof gebaut, mit schattigen Zypressen, Blumen, einem Brunnen und einer Laube. Die Ausstellungsräume des Museums beherbergen eine Fülle an Gegenständen, darunter einige der schönsten Beispiele für Marokkos reichhaltiges Kunst- und handwerkliches Erbe.

Zu entdeckende Schätze

Zu den bemerkenswertesten Schätzen, die man im Musée Dar Si Said bewundern kann, gehören eine Truhe, die etwa aus dem Jahr 1000 n. Chr. stammt, Berber-Kopfschmuck aus schwerem Silber sowie eindrucksvolle Teppiche aus dem Hohen Atlas in unzähligen violetten Schattierungen. Weiter ausgestellt sind Schmuckstücke, Hochzeitsgewänder, Töpferwaren, Lederartikel und Brücken.

Besucher können im Museum auch komplizierte Mosaike, Gipsgegenstände und wunderschön geschnitzte Zederntüren sehen. Letztere sind mit kunstvollen Talismanen verziert, mit denen man den sogenannten „bösen Blick“ abwenden wollte.

Die Hochzeitsempfang-Kammer

Im Obergeschoss befinden sich Musikantenbalkone, die mit hübschen gemalten Blumenmotiven verziert sind und auf denen verschiedene Musikinstrumente ausgestellt sind. Diese Balkone flankieren die exquisite gewölbte Kammer, die früher für Hochzeitsempfänge genutzt wurde.

Mit den eleganten Zedernholzmöbeln und den spanisch-maurischen Dekorationen ist die Kammer originalgetreu erhalten – man erwartet fast, dass eine schöne Braut in zeremoniellem Gewand erscheint, die von ihren Gästen bewundert werden will!

Die Kaftan-Sammlung

Ganz am hinteren Ende der Hochzeitskammer befindet sich ein kleines Schlafzimmer, das schmale hölzerne Betten und eine Auswahl an wunderbaren Kaftanen für besondere Anlässe beherbergt, darunter ein besonders schönes Exemplar aus roter Seide und Samt, aufwendig mit einer goldenen Borte verziert.

Haremsbereich und weitere Räume

Auch im früheren Haremsbereich findet man viele erlesene Artikel, z. B. komplizierte Mosaiken und unzählige Matten, Brücken und Teppiche.

Schätze im Innenhof

Hinten im Hauptinnenhof steht eines der entzückendsten Ausstellungsstücke, ein von Hand betriebenes Riesenrad mit winzigen ‚palanquins‘ (eine Art Sänfte, für das vier oder mehr Träger notwendig sind). Auch die beeindruckende Sammlung von handgeschnitzten Tür- und Fensterrahmen mit vornehmster, allerfeinster Verzierung ist hier sehenswert.

Vergangenheit und Gegenwart

Das Interessante bei den Kunstschätzen in diesem Museum ist: Obwohl sie Reliquien einer vergangenen Zeit sind, werden viele von ihnen auch heute noch verwendet – ein lebendiges Vermächtnis von Marokkos Kunst- und handwerklicher Tradition.

 

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